Spurensuche – unsere Stadt zum Hören und Erleben
Die Stadt neu entdecken
Junge Menschen haben sich unter erfahrener Anleitung auf den Weg gemacht, Höhepunkte oder auch Verborgenes in Stuttgart zu entdecken und medial aufzubereiten. Daraus entstehen Produktionen mit Interviews und Beiträgen. Spurensuche ist ein intermediales Projekt bestehend aus Radiobeiträgen im Freien Radio für Stuttgart, Texten und Bildern.
Mittlerweile ist die Seite stetig weitergewachsen, laufend erweitern neue Beiträge dieses Projekt um geschichtlich oder gesellschaftlich interessante Orte, die vielen Stuttgarterinnen und Stuttgartern gar nicht bekannt ist. Es gibt Interviews und Gespräche mit Menschen, die viel spannendes zum Lokalgeschehen haben zu erzählen haben. Spurensuche ist Medienkompetenz, Radioarbeit, Geschichtswerkstatt und Jugendarbeit in einem, initiert und durchgeführt von Multicolor e. V., einem Verein für interkulturelle Medienproduktionen.
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| Weissenhofsiedlung Die Weissenhofsiedlung des Werkbundes von 1927 Weissenhofsiedlung, Stuttgart | |
| Stadtteil Heslach: Standseilbahn zum Waldfriedhof Die Standseilbahn verkehrt zwischen dem Südheimer Platz und dem Waldfriedhof Standseilbahn, Stuttgart | |
| Stadtbibliothek Die Stadtbibliothek Stuttgart hat futuristische Anmutung Stadtbibliothek, Stuttgart | |
| Mercedes-Benz Museum Das Mercedes-Benz-Museum ist von außen und innen sehenswert Mercedesstraße 100, 70372, Stuttgart | |
| Stadtteil Heslach: Generationenhaus Heslach Im Generationenhaus Heslach wohnen viele unterschiedliche Menschen unter einem Dach Generationenhaus Heslach, Gebrüder-Schmid-Weg, Stuttgart | |
| Russische Spuren: Russische Kirche Die Russische Kirche in der Stuttgarter Seidenstr. St. Nikolaus-Kathedrale, Seidenstraße, Stuttgart | |
| Russische Spuren: Villa Berg Die Villa Berg verfällt und ist schon seit langem nicht mehr zugängig Villa Berg, Stuttgart | |
| Russische Spuren: Grabkapelle auf dem Württemberg Die Grabkapelle auf dem Württemberg belohnt mit einem herrlichen Weitblick Grabkapelle auf dem Württemberg, Württembergstraße, Stuttgart | |
| Schweinemuseum Wirklich alles zum Thema Schwein gibt es im Schweinemuseum Schweinemuseum Stuttgart, Schlachthofstraße, Stuttgart | |
| Waldorf-Idee: ehemalige Waldorf-Astoria-Zigarettenfabrik Hier produzierte die Waldorf-Astoria Zigaretten. Der Unternehmer Emil Molt beauftragte Rudolf Steiner mit der Entwicklung eines Konzepts für die Waldorfschulen Hackstraße 9-11, Stuttgart | |
| Waldorf-Idee: Eurythmeum Das Eurythmeum ist eine Ausbildungsstätte für Eurythmie Eurythmeum, Zur Uhlandshöhe, Stuttgart | |
| Stadtteil Heslach: Altes Feuerwehrhaus Das Alte Feuerwehrhaus ist schon lange keine Feuerwache mehr, sondern eine Begegnungsstätte Möhringer Straße 56, Stuttgart | |
| Kolomabarium auf dem Pragfriedhof Eine kurze Geschichte über Claire Waldoff | |
| U-Bahnstation Neckartor Neckartor: Sie ist die bunteste und auffälligste U-Bahnstation in Stuttgart | |
| Stuttgart Hauptbahnhof Der Stuttgarter Hauptbahnhof, zurzeit mehr Baustelle als Bahnhof | |
| Markthalle Die Stuttgarter Markthalle ist ein Jugendstilbau, der oft als die schönste Markthalle Deutschlands bezeichnet wird. Bis heute ist sie ein Lebensmittelmarkt, allerdings im teureren Preisbereich. Martin Elsaesser war der Architekt, von ihm stammt u. a. auch das Gustav-Siegle-Haus, die Gaisburger Kirche und die Südkirche in Esslingen. Erbaut 1914, beeindruckt der historische Eisenbetonbau durch Jugendstilelemente und eine lichtdurchflutete Halle. | |
| Clara-Zetkin-Waldheim Stuttgart-Sillenbuch Clara-Zetkin-Waldheim in Stuttgart-Sillenbuch. Was ist ein aber ein „Waldheim“? Die Stuttgarter Arbeiterschaft erwarb ein Grundstück und errichtete 1909 dort ein Gebäude sowie einen Spielplatz auf dem Gelände, auf dem alle Mitglieder des Vereins sich von den miserablen Wohn- und Lebensbedingungen im stickigen Stuttgarter Kessel erholen konnten. Für die Kinder wurden Schaukeln, ein 16-armiges Karussell und ein Kletterbaum aufgestellt, die Familien konnten günstig essen und trinken, mussten dies aber nicht. Außerdem wurden Fortbildungsveranstaltungen und kulturelle Beiträge angeboten. So funktioniert das Waldheim und der Verein heute noch. | |
| Lindenmuseum für Völkerkunde Das Lindenmuseum für Völkerkunde wurde 1911 eröffnet in einer Zeit, als viele Museen dieser Art entstanden. Seit Ende des 19. Jahrhundert gab es ein großes Interesse am „Rest der Welt“ außerhalb von Europa, heute nennt man es Globalisierung. Meistens wurden Kultgegenstände, Waffen, Musikinstrumente und Objekte für religiöse Rituale zusammengetragen. Viele von ihnen wurden wurden schlichtweg in den kolonialisierten Ländern geklaut. | |
| Löwentormuseum Beim Museum am Löwentor liegt der Fokus auf der Paläontologie und Geologie. Die Objekte stammen alle aus dem Südwesten Deutschlands und bieten eine Zeitreise durch Hunderte von Millionen Jahren in unserer Heimat. Aber nicht nur Versteinerungen sind dort zu sehen. Anhand der Originalfossilien wurden wissenschaftlich exakten Rekonstruktionen von Tieren, Pflanzen und Lebensräumen nachgebildet. Vor dem Haus befindet sich der „Rätselstein von Westerstetten“, ein geologisches Phänomen, deren Entstehung ungeklärt ist. | |
| Rosensteinmuseum Das Museum Schloss Rosenstein widmet sich der Biologie, darunter z. B. die Evolution: Wie wird die Geschichte des Lebens entschlüsselt? In fünf aufwändig inszenierten Sälen kann man Lebensräume der Erde in großen Landschaftszonen von den tropischen Regenwäldern bis in die Eiswüsten der Polargebiete erleben. Und dann natürlich der Meeressaal mit Walen, Weißer Hai und dem beeindruckenden 13 Meter langen Seiwal. | |
| StadtPalais – Das Stuttgarter Stadtmuseum Das StadtPalais ist ein Museum zur Stadtgeschichte Stuttgarts. Es bietet Geschichte und Geschichten zu historischen und neuzeitlichen Vorgängen, kurz, das, was wirklich Stuttgart-typisch ist. 2018 wurde es im Wilhelmspalais eröffnet, dem früheren Wohnsitz des letzten württembergischen Königs Wilhelm II. Ab 1965 war die Stadtbücherei Stuttgart bis 2011 dort untergebracht. | |
| Bismarckturm Der Bismarckturm im Stadtteil Stuttgart-Nord ist ein 20 Meter hoher Aussichtsturm auf dem Gähkopf. Er wurde 1904 von Studenten der damaligen Technischen Hochschule zu Ehren des ersten deutschen Reichskanzlers Otto von Bismarck erbaut und bietet heute als beliebtes Ausflugsziel ein beeindruckendes Rundum-Panorama über Stuttgart. Zu dieser Zeit gab es im ganzen Reich einen Bismarck-Kult, im Zuge dessen viele Türme ähnlicher oder gleicher Bauart entstanden sind. | |
| Altes Schloss Der Innenhof des Alten Schlosses war während der Zeit des Nationalsozialismus (1939–1945) ein zentraler Schauplatz für die Verteilung von Zwangsarbeitern. Bei der Auswahl und Verteilung der Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter ging es zu wie auf einem Sklavenmarkt. Im Hof des Alten Schlosses und im Hauptbahnhof Stuttgart konnten sich Firmenchefs oder von den Betrieben Beauftragte ‚ihre Arbeitssklaven‘ abholen. Und gleich mitnehmen. Sie wurden oft schlechter behandelt wie Wegwerfware. | |
| Jubiläumssäule Schlossplatz Die Jubiläumssäule auf dem Stuttgarter Schlossplatz („Siegesspargel“) wurde aus Anlass des 25-jährigen Regierungsjubiläums und des 60. Geburtstags von König Wilhelm I. von Württemberg 1841 bis 1846 auf dem Schloßplatz in Stuttgart errichtet. Sie trägt die 5 Meter hohen Statue der römischen Göttin Concordia, sowie vier Reliefs und vier allegorischen Figuren an den Ecken des Säulensockels (Allegorien der vier Stände Handel und Gewerbe, Ackerbau, Wehrstand sowie Kunst und Wissenschaft). Vier Reliefs sind im Fuß der Säule angebracht, Szenen aus den siegreichen Feldzügen der Württemberger im Krieg der Verbündeten gegen Napoleon I. Sie zeigen Schlachtenszenen aus den siegreichen Feldzügen der Württemberger unter Führung des Kronprinzen Wilhelm als Feldmarschall. Zuvor war Württemberg mit Frankreich verbündet: Von 1806 gegen Preußen, 1809 gegen Österreich und 1812 gegen Russland. Auf Weisung Napoleons im März 1813 wurde erneut mobil gemacht gegen das mit Russland verbündete Preußen. Noch während der Völkerschlacht von Leipzig wechselte Württemberg die Freundschaft zu Preußen und gegen Frankreich. | |
| Altes Waisenhaus/Institut für Auslandsbeziehungen Altes Waisenhaus Die Stadt Stuttgart eröffnete 1712 ein „Waisen-, Zucht- und Arbeitshaus“.Waisenkinder sowie (unverschuldet) in Armut geratene Personen sollten hier aufgenommen, erzogen und vom Betteln abgehalten werden. Die Eigenschaft als Zucht- und Arbeitshaus sollte der Läuterung betroffener „Vaganten, Trunkenbolde, Spieler, boshafter Eheleute, Schwärmer und Fanatiker“ dienen. Institut für Auslandsbeziehungen, früher Haus des Deutschtums Am 10. Januar 1917 wurde der Vorläufer des heutigen Instituts für Auslandsbeziehungen gegründet. Das Museum und Institut zur Kunde des Auslandsdeutschtums und zur Förderung deutscher Interessen im Ausland wurde noch im selben Jahr in Deutsches Ausland-Institut (DAI) umbenannt. Nach dem Ende des Ersten Weltkriegs 1918 war das DAI vor allem für die Beratung von Auswanderungswilligen, für die Betreuung von Auslandsdeutschen, aber auch für die Organisation von Ausstellungen und die Herausgabe einer Zeitschrift verantwortlich. Das Gebäude im jetzigen Zustand wurde 1924 als „Haus des Deutschtums“ eingeweiht. Die Nazis bemächtigten sich des Auslandsinstituts und propagierten "Rassenpolitik" und "Eindeutschung" ausländischer Gebiete. Das DAI half bei Zwangsumsiedlungen, in dem es Karten über die Verteilung der Bevölkerungsgruppen in Osteuropa lieferte. 1943 wurde das DAI, wie die gesamte Volkstumsforschung, der Volksdeutschen Mittelstelle unterstellt. Diese war 1941 zum SS-Hauptamt erhoben worden und damit stand das DAI endgültig unter dem direkten Einfluss der SS und wurde ausschließlich deren Handlungsgehilfe. | |
| Karlsplatz, Reiterdenkmal Karlsplatz, Reiterdenkmal Wilhelm I. war ab 1858 Regent und ab 1861 König von Preußen. Der Befürworter einer konservativ-preußischen Politik erhielt wegen seiner Rolle bei der Niederschlagung der Revolution von 1848 den Beinamen Kartätschenprinz. Im späten wilhelminischen Kaiserreich, dessen Gründung nach dem Deutsch-Französischen Krieg er sich bis zuletzt widersetzte, wurde er am 18. Januar 1871 in Versailles zum Deutschen Kaiser ausgerufen. Er war von 1871 bis 1888 der erste Kaiser des deutschen Kaiserreichs und gilt als Wegbereiter der deutschen Kolonialpolitik. Unter seiner Herrschaft ist ein Großteil des deutschen Kolonialbesitzes erworben worden. Für den 1888 verstorbenen Kaiser wurde 10 Jahre, später also 1898, dieses Reiterdenkmal aufgestellt. Die Obelisken erinnern an die Schlachten des Deutsch-Französischen Krieges. | |
| Mahnmal für die Opfer des Nationalsozialismus 1970 ließ die Stadt Stuttgart das Mahnmal für die Opfer des Nationalsozialismus aufstellen. Dabei handelt es sich um ein Ensemble aus vier schwarzen Granitblöcken – als Symbol der Schwere der NS-Zeit – des Oggelshausener Bildhauers Elmar Daucher. Das Mahnmal trägt ein Epigramm des deutschen Philosophen Ernst Bloch. 1933-1945: Verfemt Verstossen Gemartert Erschlagen Erhängt Vergast Millionen Opfer Der Nationalsozialistischen Gewaltherrschaft Beschwören Dich: Niemals wieder! | |
| Hotel Silber Im Hotel Silber war von 1928 bis 1933 in der Weimarer Republik das Polizeipräsidium Stuttgart zusammen mit der landesweit agierenden Politischen Polizei untergebracht. Danach wurde das Gebäude zum Hauptquartier der NS-Geheimpolizei (Gestapo) für Württemberg und Hohenzollern. In der Nachkriegszeit befanden sich hier verschiedene Dienststellen der von den Alliierten kommunalisierten Polizei. Danach war das Gebäude von 1949 bis 1984 Gefängnisanstalt und Dienststelle der Kriminalpolizei, zunächst unter kommunaler Verwaltung und ab 1973 direkt dem Land Baden-Württemberg unterstellt. Im Jahr 2008 wurden Pläne bekannt, das Hotel Silber für ein kommerzielles Bauprojekt abzureißen. 22 Organisationen und viele Einzelpersonen schlossen sich zusammen, um dies zu verhindern. Das Aktionsbündnis setzte sich dafür ein, diesen historischen Ort der NS-Täter als Ort der Erinnerung, für Aufklärungs- und Bildungsarbeit zu erhalten. Im Dezember 2018 wurde der Erinnerungsort Hotel Silber mit seiner Ausstellung zu Polizei, Gestapo und Verfolgung eröffnet. | |
| Wilhelma Im Rahmen unseres Sprachkurses „Deutsch lernt man am besten vor Ort“ für Ukrainerinnen und Ukrainer gingen wir in die Wilhelma. Nataly Tanasiechuk beschreibt ihre Eindrücke: Die Wetterkapriolen an diesem Tag hielten die Besucher nicht davon ab, ihre Seele im Magnoliengarten baumeln zu lassen, die Blüten zu bewundern und sich zu erholen. Und sie zeigten sich in ihrer ganzen Pracht, ja sie verblüfften mit ihrer Pracht. Die blütenübersäten Bäume wurden zum Anziehungspunkt für alle Besucher der Wilhelma. Die Blütenblätter der großen weißen, rosafarbenen und violetten Blüten schimmerten in der Sonne mit einem seidigen Schimmer. Sie beugten sich tief über den Boden und verliehen dem Garten eine üppige und bezaubernde Zartheit. Diese herrliche Landschaft war erfüllt von Frieden, Kraft und Freude. Es war unmöglich, sie nur anzuschauen und weiterzugehen - ich wollte sie bewundern und mich vom Duft der herrlichen Blumen rufen lassen. Ich wollte hier nicht weg. | |
| Staatsgalerie Im Rahmen unseres Sprachkurses „Deutsch lernt man am besten vor Ort“ für Ukrainerinnen und Ukrainer waren wir in der Staatsgalerie. Zoia Bilenko berichtet uns vom Ausflug: Am 24. Februar haben wir die Staatsgalerie besucht. Ich habe viele interessante Dinge für mich erfahren. Früher habe ich mich für moderne Richtungen in der Malerei nicht interessiert, aber es ist nie zu spät, etwas Neues für sich entdecken. Besonders, wenn es uns die Menschen erklären, die sich dafür begeistern. Mir persönlich habe die Gemälde der Impressionisten gefallen, z.B. Auguste Renoir, Alfred Sisley, Camille Pissarro. Sie stellen Farbe und Licht auf einzigartige Weise dar. Ihre Bilder sind leicht, emotional, luftig, sie vermitteln die fantastische Wirkung des Sonnenlichts. Es ist schön, sie anzusehen. Es haben mir auch die Gemälde von Expressionisten gefallen. Dieses Genre der Malerei hingegen zieht mich mit seinen starken Emotionen und der subjektiven Interpretation der Realität an. Expressionisten zeigen deutlich die Zeit der Krise nach dem Ersten Weltkrieg. Diese Gemälde scheinen zu weinen und zu schreien und hinterlassen einen starken Eindruck. Menschen sind oft traurig oder verzweifelt. Das sieht man zum Beispiel in den Werken von Künstlern wie Max Beckmann oder Otto Dix. Die Gemälde von Künstlern des 15.-18. Jahrhunderts sind auch großartig. Ich bin mir sicher, dass ich wieder hierherkommen werde. | |
| 1. und 2. alter Stuttgarter Bahnhof Bis 1922 befand sich der alte Stuttgarter Hauptbahnhof an der heutigen Bolzstraße. Er entstand mit Empfangsgebäude und Gleishalle 1845/46 nach Plänen Carl Etzels. Beim Umbau unter Georg Morlok 1867/1868 erhielt der Personenbahnhof sein markantes Gepräge im Stil der Neo-Renaissance. Die Fassade ist von außen noch gut erkenntlich. Heute befindet sich das Metropolkino darin, der Wandeltreppenaufgang ist noch gut zu erkennen. Stuttgarts erster Bahnhof befand sich direkt danebem. Das 1846 fertiggestellte Bahnhofgebäude existiert in Teilen noch, wenngleich heute nichts mehr an seine frühere Zweckbestimmung erinnert. Aber auch der zweite Bahnhof war schon um 1890 derart ausgelastet, dass eine Erweiterung unumgänglich war. So wurden um 1900 im Personenbahnhof jährlich rund 7,4 Millionen Reisende gezählt. Täglich verkehrten 300 Züge. Im Güterbahnhof wurden während eines Jahres etwa 650.000 Tonnen Güter umgeschlagen. Zunächst strebte die Staatsbahn eine Entlastung der Stuttgarter Zentralstation durch Güterbahnhöfe auf der Prag und im Stuttgarter Westen an. Aber schon Mitte der 1890er Jahre wurde klar, dass der Personenbahnhof erheblich ausgebaut werden musste. | |
| Königsbau Der Königsbau zählt zu den stadtbildprägenden Gebäuden der Innenstadt. Er steht seit 1860 dem Neuen Schloss als Pendant gegenüber. Nur das Äußere blieb weitgehend erhalten, während das Innere stark verändert wurde. Trotzdem kann man zusammenfassend feststellen: Es war die erste Shopping-Mall in Stuttgart, und das bereits im 19. Jahrhundert. Hofbaumeister Nikolaus Friedrich von Thouret (1767-1845) fasste es so zusammen: „Nach der Allerhöchsten Intention [sollte] dem Königl[ichen] R[esidenz-]Schloße gegenüber an der Königstraße ein, eine Colonnade und Boutiquen enthaltendes öffentliches Gebäude aufgeführt werden.“ Der König empfahl zudem, ein Café, ein Restaurant mit Billard, einen Tanz- und Festsaal sowie einen Konzertsaal unterzubringen. Der Königsbau war also von Anfang an als Multifunktionsbau gedacht und sollte keinesfalls nur dem Hof vorbehalten sein. Mithilfe der Mieteinnahmen, die durch die Ladengeschäfte zu erwarten waren, sollten sich Teile der Baukosten amortisieren. Selbst den Festsaal konnte man für Feierlichkeiten anmieten. Zwischen dieser Idee von 1816 und der Grundsteinlegung vierzig Jahre später sind zahlreiche Planänderungen und Verzögerungen zu beobachten. Die bedeutende Rolle, die der Königsbau einst im kulturellen Leben Stuttgarts gespielt hat, ist bereits seit vielen Jahrzehnten nicht mehr wahrnehmbar. 1991 bis 2002 befand sich in den oberen Stockwerken die Börse. Der 2004 bis 2006 erfolgte rückwärtige Anbau der „Königsbau-Passagen“ erweist sich für das äußere Erscheinungsbild als äußerst nachteilig, da dieser weit über die Kolonnaden hinausragt und die ursprüngliche Proportionalität des Architekturbildes verändert. Die Nutzung für Ladengeschäfte folgt jedoch bis heute der ursprünglichen Intention. | |
| Galateabrunnen Der Bau des Galateabrunnens wurde 1884 von Königin Olga Nikolajewna Romanowa (1822–1892) angeregt, der Frau von König Karl von Württemberg. Er ist bis heute einer der prachtvollsten Brunnen Stuttgarts und seine exponierte Lage am Eugensplatz lädt zum Verweilen ein. Darüber hinaus befindet sich auf der anderen Straßenseite das Eiscafé Pinguin, dessen Ruf genau so legendär ist wie der des Brunnens. Am 27. April 1890 wurde er feierlich eingeweiht, 2005 wurde die Brunnenanlage komplett renoviert und 2007 wieder in Betrieb genommen. Die Legende besagt, dass die freizügige, um nicht zu sagen nackte Figur bei einigen Stuttgarter Bürger angeblich Missfallen erregt hat. Daraufhin soll die Initiatorin Königin Olga damit gedroht haben, die Figur um 180 Grad drehen zu lassen und damit der Stadt den nackten Hintern zu zeigen. Ob's war? Man weiß es nicht, aber die Geschichte ist trotzdem gelungen. |